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Stuttgart / Theaterhaus / P1

ascolta plays – I hate mirrors

Nicht nur Dorian Gray hasst sein Spiegelbild, auch der imaginäre Protagonist in Francesco Filideis neuem Stück "I hate mirrors" hat ein belastetes Verhältnis zu seinem Konterfei. Seinem Ärger macht er Luft mit teils drastischen Gesten und Geräuschen, die auf ebenso unterhaltsame wie virtuose Art zu einer komplexen Textur zwischen Groteske und Komödie gerinnen. Filidei schrieb das Stück im Auftrag von ascolta für das Ultima Festival Oslo 2017. In Stuttgart ist es zum ersten Mal zu hören. Theatralisch geprägt ist auch das Quartett "Fremdkörper/ Variationen" von Elena Mendoza. Mit ihr zusammen erforscht ascolta schon lange szenische Konzertformate. Der Abend beginnt mit Sven-Ingo Kochs Trompetenkonzert "nobody knows". Mit seiner typisch expressiven Tonsprache und fein ausgehörten, mikrotonalen Klängen bezieht er sich auf das berühmte gleichnamige Spiritual, ohne es hörbar zu zitieren. Und Robin Hoffmann lässt in "anstatt dass" seinem theatralischen Spieltrieb freien Lauf, indem er sich gleichzeitig und augenzwinkernd auf Bertolt Brecht und den Drummer aus der "Muppet Show" bezieht.

Sven-Ingo Koch: Nobody knows
für Ensemble mit solistischer Trompete (2010-11)

Robin Hoffmann: anstatt dass
für Ensemble (2009)

Robin Hoffmann: Straßenmusik
für Tenorposaune solo (2015)

Elena Mendoza: Fremdkörper/Variationen
für Violoncello, Schlagzeug, Klavier und Performer (inside piano player) (2015)

Francesco Filidei: I hate mirrors
für Ensemble (2017)


ascolta
Leitung Michael Alber (Sven-Ingo Koch)

 

Karten nur an der Abendkasse vor P1
12.- Euro / 8.-Euro erm.

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